Lebenslauf für Musikerinnen und Musiker: Beispiele und Anleitung
Ein Lebenslauf als Musiker/in ist eine Credit-Liste, keine Lebensgeschichte. Wer ihn liest, will wissen, was Sie spielen, auf welchem Niveau, mit wem und wie zuverlässig. Beginnen Sie mit Instrument und Stimmlage, führen Sie Auftritte nach Ensemble und Spielort auf, dann die Ausbildung und zuletzt die praktischen Fähigkeiten, die Ihnen Folgebuchungen bringen.
Entscheiden Sie zuerst, welchen Musiker-Lebenslauf Sie schreiben
Musiker/in ist einer der wenigen Berufe, in denen vier völlig verschiedene Dokumente denselben Namen tragen. Das falsche zu schreiben ist der häufigste Fehler, deshalb klären Sie Ihre Situation, bevor Sie das erste Wort tippen.
- Der Lebenslauf für Live- und Studioarbeit. Für Bandleitungen, Booker/innen, musikalische Leitungen, Agenturen für Kreuzfahrt-, Hotel- und Galaengagements sowie Kirchengemeinden. Credits, Stilistiken, Equipment, Notenlesen, Zuverlässigkeit.
- Der Lebenslauf für Klassik und Orchester. Für Probespiele, Lehraufträge, Festivals und Stipendien. Näher an einem akademischen Lebenslauf: Abschlüsse, Lehrende, Ensembles, Wettbewerbe, Meisterkurse, Repertoire.
- Die Musical-Vita. Eine Seite, die zusammen mit Bewerbungsfotos eingereicht wird. Credits in drei Spalten, dazu Stimmlage und Umfang, Größe, Spielalter und besondere Fähigkeiten.
- Der Lebenslauf für die Bewerbung an einer Musikhochschule. Für die Aufnahmeprüfung, ein Jungstudium oder ein Stipendium. Repertoire, Ensembles, Erfolge etwa bei „Jugend musiziert“, Ihre Lehrkraft und Ihr Engagement.
- Ein fünftes Dokument wird oft damit verwechselt: die elektronische Pressemappe (EPK) oder das One-Sheet. Das ist Bandmarketing mit Fotos, Streaming-Links und Pressezitaten, kein Lebenslauf.
Lebenslauf-Muster für Musiker/innen (Live- und Studiomusiker, 8 Jahre)
Dieses Muster gehört zu einem Bassisten, der live spielt, im Studio aufnimmt und unterrichtet. Namen, Bands und Spielorte sind erfunden. Es ist die Version, die die meisten Suchenden tatsächlich brauchen.
Ruben Alcaraz
Bassist · Kontrabass und E-Bass
Hamburg · 040 555 0159 · ruben.alcaraz@beispiel.de · rubenalcaraz-bass-beispiel.de · GVL-Wahrnehmungsberechtigter
Profil
Bassist mit 8 Jahren Berufserfahrung in Pop, Soul, Gospel und Jazz. Spielt 140 bis 180 Termine pro Jahr, davon 95 bis 110 auf Tournee, und nimmt 30 bis 40 Sessions pro Jahr in Hamburger Studios und im eigenen Studio auf. Liest Noten und das Nashville Number System, singt Backing Vocals und reist mit kompletter Backline und In-Ear-Monitoring.
Berufserfahrung
Bassist und Backgroundsänger · Tournee einer Pop-Künstlerin (Theater- und Festivalbühnen, 900 bis 3.000 Plätze)
03/2023 – heute
- 95 bis 110 Termine pro Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter 14 Festivalauftritte und zwei sechswöchige Tourneeblöcke; seit 2023 für jede Tournee wieder gebucht.
- Programm mit 42 Songs für die erste Tournee in 10 Tagen nach Charts und Referenzaufnahmen erarbeitet; aktuelles Repertoire rund 120 Songs.
- Backing Vocals in 18 Songs, zusätzlich Kontrabass im Akustik-Set.
- Aufbau der Backline und In-Ear-Mischungen für die Rhythmusgruppe; Soundcheck dadurch um rund 20 Minuten pro Abend verkürzt.
Session-Bassist · Freiberuflich, Hamburger Tonstudios und Remote-Aufträge
01/2020 – heute
- 30 bis 40 Sessions pro Jahr: Bandaufnahmen, Demos für Singer-Songwriter/innen und Remote-Overdubs aus einem akustisch optimierten Raum zu Hause.
- Mitwirkung an 3 Alben mit Platzierung in den deutschen Albumcharts und an über 60 unabhängigen Veröffentlichungen.
- Lieferung von Remote-Spuren innerhalb von 48 Stunden mit 3 Takes und einer zusammengeschnittenen Fassung, als Pro-Tools- oder Logic-Session in der Samplerate der Auftraggeber.
- Arbeit nach Charts, Nashville Number System und Noten; Charts für die übrige Rhythmusgruppe selbst geschrieben, wenn Künstler/innen nur eine Handyaufnahme mitbringen.
Bassist der Hausband · Musikclub und Veranstaltungsunternehmen, Hamburg
06/2018 – 02/2023
- Bis zu 60 Abende pro Jahr in einer wechselnd besetzten Hausband mit Pop, Soul und Rockklassikern aus einem Repertoire von 400 Songs, meist ohne Probe; 2020 und 2021 pandemiebedingt stark eingeschränkt.
- Kurzfristige Begleitung von über 40 Gastkünstler/innen, Sets nach einer Textnachricht und einer Tonartenliste erarbeitet.
- Booking und Gagenabrechnung der Band über 4 Jahre: Verträge, Anzahlungen und Honorarabrechnungen für 9 wechselnde Musiker/innen.
Instrumentallehrer E-Bass und Kontrabass (freiberuflich) · Eigener Unterrichtsraum und eine Musikschule, Hamburg
09/2017 – heute
- Wöchentlicher Unterricht für 12 Schülerinnen und Schüler in E-Bass und Kontrabass, von Anfänger/innen bis zu zwei Schülern, die anschließend an Musikhochschulen aufgenommen wurden.
- Anfängerlehrplan über 24 Wochen mit Technik, Notenlesen und Spielen zu Aufnahmen entwickelt.
Ausbildung
Bachelor of Music Jazz/Pop, Hauptfach E-Bass
Musikhochschule, Hamburg, 2017
Zertifikate
- Wahrnehmungsberechtigter der GVL als ausübender Künstler, seit 2018
- Gültiger Reisepass und Führerschein Klasse B, verfügbar für Tourneen im Ausland
Kenntnisse
Worauf Bandleitung, Booker/innen und musikalische Leitung achten
- Was genau Sie spielen: Instrument, Zweitinstrumente, Stimmlage und die Stilistiken, die Sie bei einem Auftritt wirklich abdecken. „Gitarre“ reicht nicht; „E- und Akustikgitarre, Pop und Soul, Pedal Steel nur rudimentär“ ist ehrlich und nützlich.
- Notenlesen und Vorbereitung. Lesen Sie Charts, Noten oder das Nashville Number System? Können Sie ein Programm mit 40 Songs in zwei Wochen lernen? Das ist der häufigste Grund, warum gute Musiker/innen nicht wieder gebucht werden.
- Die Credits selbst, mit Größenordnung: Ensemble oder Künstler/in, Art und Kapazität des Spielorts, Zahl der Termine. Ein kleiner Club und eine Arena sehen auf dem Papier gleich aus, wenn die Zahl fehlt.
- Zuverlässigkeit und Logistik: Equipment, Transport, Reisepass, Verfügbarkeit, ob Sie mit Ihrem Instrument fliegen können. Wer Musiker/innen bucht, hat schon schlechte Erfahrungen gemacht und achtet darauf.
- Vertrags- und Versicherungsstatus. Bei Orchesterstellen zählt die Vertragsart (feste Stelle, Zeitvertrag, Aushilfe), in öffentlich finanzierten Orchestern meist nach dem Flächentarifvertrag für Kulturorchester (TVK); Berufsverband ist unisono, die Deutsche Musik- und Orchestervereinigung (früher DOV). Bei freier Arbeit zählt, ob Sie ordentlich Rechnungen stellen, in der Regel über die Künstlersozialkasse (KSK) versichert sind und ob Sie für eigene Kompositionen GEMA-Mitglied sind bzw. als ausübende/r Künstler/in Ihre Rechte an veröffentlichten Aufnahmen über die GVL wahrnehmen lassen.
“Die Hälfte der Lebensläufe, die ich bekomme, ist eine Wand aus Bandnamen ohne Daten und ohne Spielorte. Sagen Sie mir, wie viele Konzerte pro Jahr, was Sie lesen können und ob Sie jemals einen Termin haben platzen lassen. Mehr brauche ich nicht, um eine Aushilfe zu buchen.”
Profiltexte für den Lebenslauf als Musiker/in
Bassist mit 8 Jahren Erfahrung in Pop, Soul, Gospel und Jazz. Spielt 140 bis 180 Termine pro Jahr und nimmt 30 bis 40 Sessions auf. Liest Noten, Charts und das Nashville Number System, singt Backing Vocals, reist mit kompletter Backline. GVL-Wahrnehmungsberechtigter.
Geigerin mit Master of Music im Orchesterinstrument Violine, derzeit Tutti in der 2. Violine eines professionellen Regionalorchesters und Gründungsmitglied eines Klaviertrios mit 22 Konzerten in den letzten zwei Spielzeiten. Preisträgerin zweier nationaler Wettbewerbe. Unterrichtet außerdem 14 Schülerinnen und Schüler und leitet Stimmproben in einem Jugendorchester.
Sängerin und Frontfrau mit 4 Oktaven Stimmumfang und 10 Jahren als Leadsängerin in Hochzeits- und Eventbands. 90 Veranstaltungen pro Jahr mit einem Repertoire von 350 Songs aus Pop, Motown und lateinamerikanischen Standards, singt auf Englisch und Spanisch, übernimmt Moderation und Ablaufabstimmung mit Hochzeitsplaner/innen.
Session-Gitarrist mit 6 Jahren Erfahrung und über 400 Tracks mit Credit, arbeitet aus einem akustisch optimierten Studio zu Hause mit 48 Stunden Lieferzeit. Liefert drei Takes plus Comp, DI- und mikrofoniertes Amp-Signal sowie ein geschriebenes Chart. Sicher in Pro-Tools-, Logic- und Reaper-Sessions.
Schlagzeugerin mit 3 Jahren regionaler Erfahrung: 60 Konzerte in 14 Clubs, zwei selbst veröffentlichte EPs und feste Besetzung bei einer wöchentlichen Jam-Session. Liest Charts, hat ein komplettes Set und eigenen Transport und ist 20 Mal als Aushilfe eingesprungen, mit regelmäßigen Folgeanfragen.
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So führen Sie Credits auf, dass sie nach Arbeit aussehen
Hier scheitern die meisten Musiker-Lebensläufe. Eine Liste von Bandnamen ohne Zusammenhang sagt Bookerinnen und Bookern nichts. Ergänzen Sie Rolle, Größenordnung und Zeitraum.
| Schwach | Stark |
|---|---|
| Mit verschiedenen Künstlern aufgetreten. | Begleitung von über 40 Gastkünstler/innen als Bassist der Hausband über fast fünf Jahre, meist ohne Probe und mit Setlisten vom selben Nachmittag. |
| Deutschlandweit auf Tour gewesen. | 95 bis 110 Termine pro Jahr in Deutschland, Österreich und der Schweiz in Theatern und auf Festivals mit 900 bis 3.000 Plätzen; seit 2023 für jede Tournee wieder gebucht. |
| Im Studio aufgenommen. | 30 bis 40 Sessions pro Jahr, darunter 3 Alben mit Platzierung in den deutschen Albumcharts und über 60 unabhängige Veröffentlichungen. |
| Mitglied einer Band. | Gründungsmitglied einer fünfköpfigen Soulband: 120 Konzerte in vier Jahren, zwei selbst veröffentlichte EPs und 380.000 Streams über alle Plattformen. |
| Im Orchester gespielt. | 2. Violine, professionelles Regionalorchester, seit 2022: 8 Abonnementprogramme pro Spielzeit, dazu eine Reihe mit Unterhaltungskonzerten und 6 Schul- und Familienkonzerte. |
| Etwas unterrichtet. | Wöchentlicher Unterricht für 12 Schülerinnen und Schüler seit 2017, darunter zwei, die an Musikhochschulen aufgenommen wurden. |
Zwei Konventionen lohnen sich. Gruppieren Sie Credits unter Überschriften (Tournee, Studio, Theater, Kirche, Unterricht) statt in einer langen Liste, und ordnen Sie sie innerhalb jeder Gruppe antichronologisch. Und benennen Sie Ihre Rolle genau: Sideman, Aushilfe, festes Mitglied, Bandleitung oder Contractor, also die Person, die Musiker/innen für eine Produktion bucht. Musiker/innen bemerken Übertreibungen sofort, und die Szene ist klein.
Lebenslauf für die Bewerbung an einer Musikhochschule
Diese Version wird besonders häufig gesucht, meist von Schülerinnen und Schülern der Oberstufe oder ihren Eltern. Eine Musikhochschule oder eine Stipendienjury will Belege für Niveau, Ausbildung und Engagement sehen, auf einer Seite.
- 1Kopfzeile: Name, Instrument oder Stimmlage, Kontakt und das Jahr des Schulabschlusses. Fügen Sie einen Link zu einer Aufnahme hinzu, wenn die Hochschule das zulässt.
- 2Instrumental- oder Gesangsunterricht: Funktion Ihrer Lehrkraft und Dauer. „Trompetenunterricht seit 6 Jahren, derzeit bei der Solotrompete eines Sinfonieorchesters“ hat Gewicht, ohne mit Namen zu prahlen. Auch eine studienvorbereitende Ausbildung an einer Musikschule oder ein Jungstudium gehört hierher.
- 3Ensembles, schulisch und außerschulisch: Blasorchester, Sinfonieorchester, Bigband, Chor, Jugendsinfonieorchester, Kirchenmusik. Nennen Sie Stimme oder Pult und die Jahre.
- 4Wettbewerbe und Auswahlensembles: Ergebnisse bei „Jugend musiziert“ (Regional-, Landes- und Bundeswettbewerb), Landes- oder Bundesjugendorchester, weitere Wettbewerbe. Das ist die Währung eines Lebenslaufs für die Musikhochschule.
- 5Repertoire: eine kurze Liste wichtiger Werke, die Sie aufgeführt oder erarbeitet haben, mit Komponist/innen. Manche Hochschulen verlangen eine vollständige Repertoireliste auf einem eigenen Blatt; prüfen Sie die Bewerbungsunterlagen.
- 6Weitere Ausbildung: Sommerkurse und Musikfreizeiten, Meisterkurse, Musiktheorie oder Klavier, Komposition oder Arrangement.
- 7Verantwortung und Engagement: Stimmführung im Register, Mitwirkung im Orchester eines Schulmusicals, Unterricht für Jüngere, Auftritte bei Gemeindeveranstaltungen.
- 8Weitere Fähigkeiten, die an einer Hochschule zählen: Klavierkenntnisse, die bei vielen Aufnahmeprüfungen mit abgefragt werden, Gehörbildung und Blattsingen, ein zweites Instrument, Musiktechnologie, eine Fremdsprache.
Jugendblasorchester der Musikschule, 1. Klarinette, 2023 bis 2026. Zwei Jahre Registerführerin; das Orchester nahm 2024 und 2025 an Wertungsspielen des Landesblasmusikverbands jeweils mit sehr gutem Erfolg teil.
Jugend musiziert: 1. Preis im Landeswettbewerb 2026 und Teilnahme am Bundeswettbewerb 2026; 1. Preise im Regionalwettbewerb 2024 und 2025 (Solo und Ensemble); Landesjugendorchester 2025 und 2026 (2026 an der 1. Klarinette).
Erarbeitet und aufgeführt: Mozart, Klarinettenkonzert A-Dur KV 622, 1. Satz; Weber, Concertino; Poulenc, Sonate; Rose, 32 Etüden, Nr. 1 bis 14.
Musical-Vita und Lebenslauf für klassische Probespiele
Für beide gelten Regeln, die älter sind als jedes Bewerbermanagementsystem, und Castingverantwortliche und Probespielkommissionen merken sofort, wenn Sie sich nicht daran halten.
- Musical: eine Seite Vita, eingereicht zusammen mit aktuellen Bewerbungsfotos (meist Porträt und Ganzkörper), oft digital oder über ein Profil auf einer Casting-Plattform. Das US-Format, die Vita auf die Rückseite eines 8×10-Zoll-Fotos zu heften, ist in Deutschland nicht üblich.
- Kopf der Musical-Vita: Name, Stimmlage und Umfang (zum Beispiel Mezzosopran, f bis c'''), Größe, Spielalter und Kontakt. Eine Gewerkschaftsmitgliedschaft spielt für Castings in Deutschland in der Regel keine Rolle und gehört nicht in die Vita, ebenso wenig Gewicht oder Privatadresse.
- Credits in drei Spalten: Produktion, Rolle, dann Theater und Regie. Gruppieren Sie nach Bereichen, meist Bühne, dann Film oder Fernsehen, dann Konzert oder Liederabend. Führen Sie nie eine Rolle auf, die Sie nur im Gesangsunterricht gesungen haben.
- Ausbildung und besondere Fähigkeiten stehen unten: Gesangslehrer/in und Coach, Tanzstile mit Jahren, Dialekte, Instrumente, Bühnenkampf, Akrobatik, Führerschein, Sport. Castingverantwortliche lesen die besonderen Fähigkeiten wirklich, also müssen sie stimmen.
- Lebensläufe für klassische Probespiele ähneln einem akademischen Lebenslauf: Abschlüsse mit Lehrenden, Orchester- und Kammermusikstellen mit Spielzeiten, Wettbewerbe und Preise, Festivals, Meisterkurse und eine Repertoireliste. Ein bis zwei Seiten; ein Foto ist in Deutschland üblich, aber freiwillig.
- Für Orchesterprobespiele nennen Sie Position und Zeitraum und genau, ob es eine feste Stelle, ein Zeitvertrag, eine Aushilfe oder ein Platz in einer Orchesterakademie war. In Kommissionen sitzen regelmäßig Leute, die das genannte Orchester kennen.
Lebenslauf als Musiker/in mit wenig oder ohne Berufserfahrung
Hier fangen alle an. Der Trick ist, die Seite mit echten, überprüfbaren Auftritten zu füllen statt mit Adjektiven.
- 1Zählen Sie, was Sie tatsächlich gemacht haben: Open Mics, Jam-Sessions, Gottesdienste, Schulensembles, Hochzeiten im Freundeskreis, Straßenmusik, Aufnahmen für Kommiliton/innen. Zwanzig Auftritte sind zwanzig Auftritte.
- 2Setzen Sie einen Abschnitt „Auftritte“ über die Berufserfahrung und gliedern Sie ihn nach Art des Spielorts und Zeitraum, mit der Zahl der Auftritte.
- 3Geben Sie Ihr Leseniveau und Ihren Repertoireumfang ehrlich an. Wer Musiker/innen bucht, nimmt lieber jemanden, der „liest Akkordcharts, Notenlesen im Aufbau“ schreibt, als jemanden, der alles behauptet.
- 4Sagen Sie, wofür Sie verfügbar sind und wie schnell Sie Material lernen. „Abends unter der Woche und am Wochenende verfügbar, lerne ein Set mit 25 Songs in einer Woche“ ist der Satz, der Aushilfsanfragen bringt.
- 5Holen Sie sich einen Credit, bei dem jemand anderes Geld bezahlt: eine bezahlte Hochzeit, eine feste Stelle in einer Kirchengemeinde, eine bezahlte Session. Das verändert, wie die ganze Seite gelesen wird.
60 Konzerte in 14 Clubs der Region (75 bis 400 Plätze) in zwei Jahren mit einer fünfköpfigen Band, darunter 9 Auftritte als Vorband für Tourneekünstler/innen.
Wöchentliche Gottesdienste in einer Gemeinde mit rund 250 Mitgliedern über drei Jahre, mit zwei Proben und einem wechselnden Repertoire von 60 Liedern.
Zwei EPs (9 Tracks) aufgenommen und selbst veröffentlicht, mit Gitarre und Bass und eigener Aufnahmetechnik zu Hause.
20 Aushilfsanfragen in einem Jahr für Pop- und Rockcoverbands übernommen, Sets innerhalb von 48 Stunden nach Tonartenliste erarbeitet und danach regelmäßig wieder angefragt.
Format, Länge und die Frage nach der Künstlervita
- Band und Studio: eine Seite. Booker/innen lesen auf dem Handy zwischen zwei Soundchecks.
- Klassik und Lehre an Hochschulen: zwei Seiten, manchmal mehr, mit separater Repertoireliste. Das ist der ausführliche künstlerische Lebenslauf.
- Musical: genau eine Seite Vita, zusammen mit Bewerbungsfotos.
- Setzen Sie Ihr Instrument in die Kopfzeile unter Ihren Namen. Es ist das Erste, was alle wissen müssen, und es fehlt erstaunlich oft.
- Fügen Sie einen Link zu einer Aufnahme oder einem kurzen Reel als Klartext ein und prüfen Sie, dass er sich ohne Login öffnet. Ein gutes Live-Video schlägt eine Liste von Adjektiven.
- Foto: In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto üblich, aber freiwillig, auch bei Band- und Klassikbewerbungen. Bei Musical und Kamerarbeit gehören professionelle Fotos fest zur Bewerbung.
- „Lebenslauf“, „Vita“ und „Künstlerbiografie“ werden oft vermischt. Der Lebenslauf ist tabellarisch und mit Daten; die Künstlerbiografie ist ein kurzer Fließtext für Programmhefte und Presse. Für Bewerbungen in den USA oder Großbritannien gelten andere Regeln, dort ohne Foto und Geburtsdatum.
- Wenn Sie sich auch auf Stellen an Musikschulen oder im Kulturmanagement bewerben, halten Sie einen zweiten, normalen Lebenslauf bereit. Wer beides mischt, schwächt beide.
Häufige Fragen
Wie schreibe ich einen Lebenslauf als Musiker/in?
Beginnen Sie mit Name, Instrument und Stimmlage, dann ein dreizeiliges Profil mit Stilistiken, der Zahl Ihrer Termine oder Sessions pro Jahr und Ihrem Leseniveau. Gruppieren Sie Credits unter Überschriften wie Tournee, Studio und Unterricht und geben Sie jedem eine Größenordnung (Kapazität des Spielorts, Zahl der Konzerte, Zahl der Tracks). Ergänzen Sie Ausbildung, Kenntnisse und Equipment. Eine Seite für Live- und Studiomusiker/innen.
Welche Kenntnisse gehören in den Lebenslauf als Musiker/in?
Instrumente und Zweitinstrumente, Stilistiken, die Sie wirklich abdecken, Leseniveau (Noten, Akkordcharts, Nashville Number System), Improvisation, Backing Vocals, Arrangement und Charts, Aufnahmesoftware, Heimstudio und Remote-Lieferung, Equipment und Transport, dazu Unterricht und Probenleitung, wenn Sie das machen.
Wie schreibe ich einen Musiker-Lebenslauf ohne Erfahrung?
Zählen Sie alles, was echt ist: Open Mics, Jam-Sessions, Gottesdienste, Schulensembles, Straßenmusik, selbst veröffentlichte Aufnahmen. Setzen Sie einen Abschnitt „Auftritte“ über die Berufserfahrung, mit Zahl der Auftritte und Art der Spielorte. Seien Sie ehrlich beim Leseniveau, nennen Sie Equipment und Transport und sagen Sie, wann Sie verfügbar sind und wie schnell Sie Material lernen.
Wie gestalte ich den Lebenslauf für die Bewerbung an einer Musikhochschule?
Eine Seite: Instrument und Jahr des Schulabschlusses in der Kopfzeile, Unterricht mit Dauer, Ensembles mit Stimme oder Pult, Erfolge etwa bei „Jugend musiziert“ oder im Landesjugendorchester, eine kurze Repertoireliste mit Komponist/innen, Sommerkurse und Meisterkurse sowie Verantwortung oder Unterricht. Prüfen Sie, ob die Hochschule zusätzlich eine vollständige Repertoireliste verlangt.
Was ist bei einer Musical-Vita anders?
Sie umfasst eine Seite und wird zusammen mit Bewerbungsfotos eingereicht. Der Kopf nennt Stimmlage und Umfang, Größe und Spielalter. Credits stehen in drei Spalten (Produktion, Rolle, Theater und Regie), nach Bereichen gruppiert, und die besonderen Fähigkeiten unten müssen alle stimmen, weil Castingverantwortliche danach fragen.
Gehört ein Foto in den Lebenslauf als Musiker/in?
In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto üblich, aber freiwillig, für Band-, Studio-, Orchester- und Lehrbewerbungen gleichermaßen. Für Musical und Kamerarbeit sind professionelle Fotos Standard. Bei Bewerbungen in den USA oder Großbritannien lassen Sie das Foto weg, außer bei Theater und Kamerarbeit.
Ist eine Künstlervita dasselbe wie ein Lebenslauf?
Nicht ganz. Der Lebenslauf ist tabellarisch, mit Daten zu Ausbildung, Stellen, Credits, Wettbewerben und Repertoire; in der Klassik und für Lehraufträge an Hochschulen fällt er ausführlicher aus. Die Künstlerbiografie ist ein kurzer Fließtext für Programmhefte, Website und Presse. Für Bewerbungen brauchen Sie den Lebenslauf, die Biografie ist eine Ergänzung.
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