Lebenslauf für Industrielackierer/innen: Beispiele und Anleitung
Ein Lebenslauf als Industrielackierer/in führt zum Vorstellungsgespräch, wenn die Meisterin oder der Meister sieht, was Sie verarbeiten (Epoxid, Polyurethan, Zinkstaub, Pulver), wie Sie vorbereiten (Strahlen nach DIN EN ISO 8501-1, etwa Sa 2½), wie Sie Ihre Arbeit prüfen (Schichtdickenmessung in µm) und wie hoch Ihre Nacharbeitsquote ist. Unterweisungen zu Atemschutz und Gefahrstoffen, Diisocyanat-Schulung und SCC zählen dabei genauso viel wie das Tempo.
Lebenslauf-Muster für Industrielackierer/innen (Strahlen und Beschichten, 9 Jahre)
Ein Industrielackierer, der in der Halle und auf der Baustelle Stahlbauteile, Behälter und Großgeräte im Korrosionsschutz beschichtet und vorher an einer Pulverbeschichtungsanlage gearbeitet hat. Name und Betriebe sind erfunden. Alle Zahlen sind von der Art, die Sie selbst aus Auftragszetteln, Prüfprotokollen und Nacharbeitslisten entnehmen können.
Dennis Krämer
Industrielackierer und Strahler (Korrosionsschutz)
Hamburg · 040 555 0146 · dennis.kraemer@beispiel.de · SCC-Zertifikat · Führerschein B
Profil
Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik mit 9 Jahren Berufserfahrung im Korrosionsschutz an Stahlbau, Behältern und Großgeräten, in der Halle und auf Baustellen. Airless-, Druckluft- und elektrostatisches Spritzen, Strahlen bis Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1. Abnahmequote im ersten Anlauf seit drei Jahren über 96 % bei Prüfung durch externe Korrosionsschutzinspektoren; 6 neue Kolleginnen und Kollegen in Schichtdickenmessung und Mischungsverhältnisse eingearbeitet. AMPP Coating Application Specialist, SCC, Diisocyanat-Schulung.
Berufserfahrung
Industrielackierer und Strahler, Vorarbeiter · Beschichtungsbetrieb für Stahlbau und Behälter (Korrosionsschutz in Halle und Montage, 60 Beschäftigte), Hamburg
05/2021 – heute
- Strahlen und Beschichten von 3.500 bis 5.500 m² Stahlbau pro Monat nach Vorgabe des Auftraggebers, überwiegend dreischichtige Systeme nach DIN EN ISO 12944: Zinkstaubgrundierung, Epoxid-Zwischenbeschichtung, Polyurethan-Deckbeschichtung.
- Abnahmequote im ersten Anlauf über 96 % bei Prüfung durch externe Inspektoren, durch Messung der Nassschichtdicke beim Auftrag und der Trockenschichtdicke an jedem Teil, bevor es die Kabine verlässt.
- Senkung der Nacharbeit in der Halle von 7,4 % auf 2,9 % innerhalb von 14 Monaten durch eine schriftliche Prüfung von Rauheit und Standzeit zwischen Strahlen und Grundieren.
- Führung einer Kolonne mit 4 Personen in Halle und Montage: Bedienung des Strahlkessels, Einstellung von Übersetzungsverhältnis und Druck der Airless-Pumpen, Abzeichnen des täglichen Beschichtungsprotokolls mit Lufttemperatur, Oberflächentemperatur, Luftfeuchte und Taupunkt.
- Einarbeitung von 6 neuen Beschichter/innen in Mischungsverhältnisse, Reifezeiten, Schichtdickenmessung und Pflege der Atemschutzgeräte; vier von ihnen lackieren heute Deckbeschichtungen ohne Aufsicht.
Lackierer im Schiffbau · Reparaturwerft für Binnen- und Hafenschiffe, Hamburg
08/2018 – 05/2021
- Vorbereitung und Beschichtung von Decks, Hohlräumen und Ballasttanks, einschließlich Strahlen auf Sa 2½ in engen Räumen mit Erlaubnisschein, Freimessung und laufender Gaswarnung.
- Spritzen von 2K-Epoxid-Dickschichtsystemen mit 200 bis 300 µm Trockenschichtdicke pro Schicht, Mischen nach Mischungsverhältnis und Überwachung der Topfzeit bei jedem Ansatz.
- Über 90 Einstiege in enge Räume in knapp drei Jahren ohne Zwischenfall und ohne auffällige Freimessung.
- Strahlmittelverbrauch bei Deckarbeiten um rund 18 % gesenkt, durch Anpassung von Düsendruck und Strahlabstand nach einem Versuch an 6 Probeblechen.
Beschichter an der Pulverbeschichtungsanlage · Lohnbeschichter für Pulverbeschichtung (Konsolen, Gehäuse, Schutzgitter), Norderstedt
06/2017 – 08/2018
- Arbeit an der Pulverbeschichtungsanlage eines Lohnbeschichters mit 700 bis 1.100 Teilen pro Woche: Aufhängen, Vorbehandlung, elektrostatisches Beschichten mit Handpistole und Überwachung des Einbrennofens.
- Führung der Einbrennprotokolle und Anpassung der Bandgeschwindigkeit, damit die Teile die Einbrennbedingungen laut Datenblatt des Pulverherstellers erreichen; Einbrennfehler von 5 pro Woche auf unter 1 gesenkt.
- Abkleben und Beschichten von über 200 zweifarbigen Baugruppen ohne Reklamation wegen unsauberer Farbtrennung während eines 6-monatigen Auftrags.
Ausbildung
Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik (IHK-Abschluss), 3-jährige duale Ausbildung
Ausbildungsbetrieb und Berufsschule, Hamburg, 2017
Lehrgang Korrosionsschutz (Oberflächenvorbereitung und Applikation), 80 Stunden
Überbetriebliches Bildungszentrum, Hamburg, 2019
Zertifikate
- AMPP Coating Application Specialist (CAS), Level 1, 2022
- SCC-Zertifikat für operativ tätige Mitarbeitende, 2021
- Unterweisung Atemschutz mit Dichtsitzprüfung, jährlich, zuletzt 2026
- Unterweisung Befahren von Behältern und engen Räumen (DGUV Regel 113-004), 2024
- Staplerschein (DGUV Grundsatz 308-001) und Bedienberechtigung Hubarbeitsbühne (DGUV Grundsatz 308-008), betriebliche Beauftragung
- Schulung zum sicheren Umgang mit Diisocyanaten nach REACH, 2023; Gefahrstoffunterweisung jährlich
Kenntnisse
Aufgaben als Industrielackierer/in für den Lebenslauf
Genau danach wird oft gesucht, weil sich die Arbeit schwer auf Papier beschreiben lässt. Hier sind die Aufgaben als Zeilen für den Lebenslauf formuliert. Übernehmen Sie nur die, die Sie wirklich gemacht haben, und ergänzen Sie Ihre eigenen Zahlen.
- Vorbereitung der Oberflächen durch Strahlen, maschinelle und manuelle Entrostung, Reinigen mit Lösemittel und Hochdruckwasser bis zum Vorbereitungsgrad, den die Vorgabe nennt (etwa St 3 oder Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1).
- Prüfung der Rauheit mit Vergleichsmuster oder Abdruckband und Kontrolle, ob die Oberfläche sauber und trocken ist, bevor beschichtet wird.
- Messung von Lufttemperatur, Oberflächentemperatur, relativer Luftfeuchte und Taupunkt zu Beginn jedes Beschichtungsfensters.
- Mischen von 2K-Beschichtungsstoffen nach Mischungsverhältnis des Herstellers, Einhalten der Reifezeit und Überwachung der Topfzeit für den ganzen Ansatz.
- Einrichten und Bedienen von Airless-, Druckluft-, HVLP- und elektrostatischen Spritzgeräten, einschließlich Übersetzungsverhältnis, Druck, Schlauch- und Düsenwahl.
- Auftrag von Grund-, Zwischen- und Deckbeschichtungen in der vorgegebenen Nass- und Trockenschichtdicke, geprüft mit Nassschichtkamm beim Auftrag und Schichtdickenmessgerät danach.
- Abkleben und Abdecken angrenzender Flächen, Gewinde, bearbeiteter Flächen und Typenschilder.
- Ausbessern und Beischleifen von Beschichtungsschäden sowie Entschichten und Neubeschichten beanstandeter Teile.
- Reinigen, Spülen und Warten von Pistolen, Behältern, Schläuchen und Filtern; Kabine und Strahlhalle betriebsbereit halten.
- Umgang mit Lösemitteln, Verdünnungen und verbrauchtem Strahlmittel und deren Entsorgung nach den Regeln des Betriebs für gefährliche Abfälle.
- Tragen und Pflegen von Atemschutzgeräten mit Fremdbelüftung oder Filter, Dichtsitzprüfung und Einhalten der Verfahren für das Befahren enger Räume.
- Führen von Beschichtungsprotokollen, Auftragszetteln und Prüfunterlagen für Auftraggeber oder externe Inspektoren.
Worauf die Meisterin oder der Meister in der Beschichtung achtet
- Was Sie verarbeiten. Epoxid, Polyurethan, Zinkstaubgrundierung, Epoxid-Dickschicht, dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtung, Pulver. Jeder Stoff verhält sich anders, und Betriebe stellen für die Systeme ein, die sie fahren.
- Bis zu welchem Grad Sie strahlen. Sa 2 und Sa 2½ sind unterschiedliche Arbeiten mit unterschiedlicher Flächenleistung. Die Angabe des Vorbereitungsgrads zeigt, dass Sie nach schriftlicher Vorgabe gearbeitet haben.
- Ob Sie messen. Nassschichtdicke beim Auftrag, Trockenschichtdicke danach. Wer die eigene Arbeit prüft, erspart dem Betrieb eine Beanstandung.
- Nacharbeit und Abnahmequote. Diese Zahl ist dem Betrieb am wichtigsten, denn Nacharbeit kostet Strahlmittel, Beschichtungsstoff, Kabinenzeit und Termine.
- Halle oder Baustelle. Baustelle heißt Wetterfenster, Gerüst, Einhausung und Montage. Halle heißt Kabinenzeit, Durchsatz und gleichbleibende Qualität. Sagen Sie, was Sie gemacht haben.
- Arbeitsschutz. Unterweisung Atemschutz mit Dichtsitzprüfung, enge Räume, SCC, Diisocyanat-Schulung, Umgang mit bleihaltigen Altbeschichtungen und Staub. Wer das schon mitbringt, kann früher anfangen.
- Verlässlichkeit. Bereitschaft zu Mehrarbeit und Montage, wenn ein Projekt es verlangt, denn leere Kabinen kosten Geld. Fehlzeitenangaben gehören trotzdem nicht in einen deutschen Lebenslauf; zeigen Sie Verlässlichkeit lieber über Übernahmen und Verantwortung.
“Wenn in einem Lebenslauf der Strahlgrad, die Schichtdicke und eine Nacharbeitsquote stehen, stelle ich diese Person jedes Mal ein, auch wenn ein anderer Lebenslauf schöner aussieht. Den Abzug drücken kann jeder. Ich brauche jemanden, der weiß, warum eine Beschichtung versagt hat, und dafür sorgt, dass es nicht wieder passiert.”
Profiltexte für Industrielackierer/innen und Pulverbeschichter/innen
Industrielackierer mit 9 Jahren Korrosionsschutz an Stahlbau und Behältern. Airless-, Druckluft- und elektrostatisches Spritzen, Strahlen bis Sa 2½, dreischichtige Systeme aus Zinkstaub, Epoxid und Polyurethan. Abnahmequote im ersten Anlauf über 96 % bei externer Prüfung. AMPP CAS, SCC, Diisocyanat-Schulung.
Strahler und Beschichter mit 6 Jahren an Brücken, Behältern und im Schiffbau. Bedient Strahlkessel und Einhausungen, beschichtet mit Zinkstaub und Epoxid-Dickschicht in der vorgegebenen Schichtdicke und arbeitet ganzjährig von Hubarbeitsbühne und Gerüst aus. Über 120 Einstiege in enge Räume mit Erlaubnisschein ohne Zwischenfall. SCC, Gefahrstoffunterweisung, Montagebereitschaft.
Pulverbeschichterin mit 5 Jahren an einer Anlage mit fünfstufiger Vorbehandlung und Einbrennofen, 900 bis 1.200 Teile pro Woche. Bedient elektrostatische Pistolen, stellt die Bandgeschwindigkeit nach Datenblatt des Pulvers ein, übernimmt Farbwechsel und führt Einbrennprotokolle. Einbrennfehler von 5 pro Woche auf unter 1 gesenkt, Farbwechsel in 12 Minuten.
Lackiererhelfer mit 14 Monaten in einem Beschichtungsbetrieb für Stahlbau: Abkleben, manuelle und maschinelle Entrostung, Sweepen, Reinigen von Pistolen und Schläuchen, Ordnung in der Kabine. Spritzt Grundbeschichtungen unter Anleitung und misst Schichtdicken. Unterweisung Atemschutz mit Dichtsitzprüfung, Staplerschein, nach der Probezeit fest übernommen.
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Stichpunkte für Industrielackierer/innen: schwach und stark
| Schwach | Stark |
|---|---|
| Stahl und Geräte mit Spritzgeräten lackiert. | Strahlen und Beschichten von 3.500 bis 5.500 m² Stahlbau pro Monat in dreischichtigen Systemen: Zinkstaubgrundierung, Epoxid-Zwischenbeschichtung, Polyurethan-Deckbeschichtung. |
| Oberflächen vor dem Lackieren vorbereitet. | Strahlen auf Sa 2 und Sa 2½ nach DIN EN ISO 8501-1, Prüfung der Rauheit mit Vergleichsmuster und Messung von Taupunkt und Oberflächentemperatur vor jedem Beschichtungsfenster. |
| Lack nach Anweisung gemischt. | Mischen von 2K-Epoxid nach Mischungsverhältnis mit eingehaltener Reifezeit und Überwachung der Topfzeit je Ansatz, sodass kein Material nach Ablauf verarbeitet wird. |
| Auf richtigen Lackauftrag geachtet. | Messung der Nassschichtdicke beim Auftrag und der Trockenschichtdicke an jedem Teil; Abnahmequote im ersten Anlauf über 96 % bei externer Prüfung. |
| Fehler und Nacharbeit reduziert. | Nacharbeit in der Halle innerhalb von 14 Monaten von 7,4 % auf 2,9 % gesenkt, durch eine schriftliche Prüfung von Rauheit und Standzeit zwischen Strahlen und Grundieren. |
| In engen Räumen gearbeitet. | Über 90 Einstiege mit Erlaubnisschein in Schiffstanks und Hohlräume mit laufender Gaswarnung, ohne auffällige Freimessung. |
| Pulverbeschichtungsanlage bedient. | Arbeit an einer Pulverbeschichtungsanlage mit 700 bis 1.100 Teilen pro Woche, Einbrennbedingungen nach Datenblatt des Pulvers eingehalten und Einbrennfehler von 5 pro Woche auf unter 1 gesenkt. |
| Spritzgeräte gewartet. | Wartung von 3 Airless-Anlagen und 6 Pistolen: tägliches Spülen, Düsen- und Filterwechsel und Tausch der Dichtungen; ungeplante Gerätestillstände unter 2 Stunden pro Monat. |
| Andere Mitarbeiter geschult. | Einarbeitung von 6 neuen Beschichter/innen in Mischungsverhältnisse, Reifezeiten, Schichtdickenmessung und Pflege der Atemschutzgeräte; vier lackieren heute Deckbeschichtungen ohne Aufsicht. |
| Materialkosten für die Firma gespart. | Strahlmittelverbrauch beim Strahlen von Decks um rund 18 % gesenkt, durch Anpassung von Düsendruck und Strahlabstand nach einem Versuch an 6 Probeblechen. |
Kenntnisse für den Lebenslauf als Industrielackierer/in
- Applikation: Airless-Spritzen, Druckluftspritzen, HVLP, elektrostatisches Spritzen, Pulverbeschichtung, Pinsel und Rolle zum Ausbessern und für Kantenschutz (Stripe Coat).
- Vorbereitung: Strahlen (Stahlkies, Schlacke, Korund, Glasperlen), maschinelle Entrostung, Nadelentroster, Handentrostung, Reinigen mit Lösemittel, Hochdruckwasserstrahlen, Sweepen.
- Normen: Vorbereitungsgrade nach DIN EN ISO 8501-1 (St 2, St 3, Sa 1, Sa 2, Sa 2½, Sa 3), Korrosionsschutz von Stahlbauten nach DIN EN ISO 12944, Rauheitsprüfung mit Vergleichsmuster oder Abdruckband.
- Beschichtungsstoffe: 2K-Epoxid, Polyurethan, Zinkstaubgrundierung (organisch und anorganisch), Epoxid-Dickschicht, Alkydharzlack, feuchtigkeitshärtendes Polyurethan, dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtung, Pulver.
- Messtechnik: Nassschichtkamm, Schichtdickenmessgeräte (magnetinduktiv und Wirbelstrom), Taupunktmessgerät, Oberflächenthermometer, Porenprüfung, wenn Sie sie selbst gemacht haben.
- Geräte: Airless-Pumpen und Übersetzungsverhältnisse, Düsengrößen, Schläuche, Druckbehälter, Strahlkessel und Strahldüsen, Luftentfeuchter, Einhausungen und Kabinenabsaugung, Einbrennöfen.
- Arbeitsschutz: Atemschutz mit Fremdbelüftung und Filtergeräte, Dichtsitzprüfung, Befahren enger Räume, bleihaltige Altbeschichtungen und Staubschutz, PSA gegen Absturz, Hubarbeitsbühnen, Umgang mit gefährlichen Abfällen.
- Unterlagen: Beschichtungsvorgaben, technische Merkblätter, Beschichtungsprotokolle, Auftragszettel, Prüfberichte.
- Eigenschaften, die Betriebe in Anzeigen nennen: Geduld bei der Vorbereitung, Blick für Läufer und Gardinen, Zuverlässigkeit, Bereitschaft zu Mehrarbeit.
Abschlüsse, Zertifikate und Schulungen, die in den Lebenslauf gehören
- Ausbildung. Der Regelabschluss in der industriellen Beschichtung ist Verfahrensmechaniker/in für Beschichtungstechnik (IHK), eine dreijährige duale Ausbildung. Auch Fahrzeuglackierer/in oder Maler/in und Lackierer/in sind gute Grundlagen. Industrielackierer/in ist eine Bezeichnung aus Stellenanzeigen, kein eigener Ausbildungsberuf. Nennen Sie Abschluss, Kammer und Jahr.
- AMPP. SSPC und NACE haben sich 2021 zur AMPP (Association for Materials Protection and Performance) zusammengeschlossen, deshalb steht auf älteren Zertifikaten SSPC oder NACE und auf neueren AMPP. Nennen Sie die Bezeichnung, die auf Ihrer Urkunde steht, mit Jahr.
- Applikations- und Inspektorzertifikate. Der AMPP Coating Application Specialist (CAS) ist das Zertifikat für die Applikation und wird in Stufen vergeben. Für die Prüfseite gibt es Inspektor-Zertifikate, etwa nach FROSIO oder von AMPP. Wer in Richtung Qualitätssicherung will, sollte so etwas nennen.
- Brücken und Altbeschichtungen. Für Korrosionsschutz an Brücken und Ingenieurbauwerken verlangen Auftraggeber häufig Personal mit Lehrgang als Kolonnenführer/in im Korrosionsschutz. Arbeiten an bleihaltigen Altbeschichtungen fallen unter die Gefahrstoffverordnung; nennen Sie entsprechende Unterweisungen.
- SCC-Zertifikat. In Industrieparks, Raffinerien und auf vielen Großbaustellen wird es von Fremdfirmen verlangt, mit getrennten Prüfungen für operativ tätige Mitarbeitende und für operative Führungskräfte.
- Atemschutz. Unterweisung mit praktischen Übungen und Dichtsitzprüfung, dazu die arbeitsmedizinische Vorsorge, die der Betrieb organisiert. Das ist kein Zertifikat, aber Betriebe fragen danach. In den Lebenslauf gehört die Unterweisung mit Jahr, keine Befunde.
- Weitere Unterweisungen: Befahren enger Räume (DGUV Regel 113-004), PSA gegen Absturz, Gerüstbenutzung, Hubarbeitsbühne (DGUV Grundsatz 308-008), Staplerschein (DGUV Grundsatz 308-001) und Gefahrstoffe.
- Diisocyanat-Schulung. Wer beruflich mit diisocyanathaltigen Produkten wie 2K-Polyurethan arbeitet, braucht nach EU-Recht (REACH) seit August 2023 eine Schulung, die mindestens alle fünf Jahre zu wiederholen ist. Geben Sie das Jahr an. Herstellerschulungen zu einem bestimmten Beschichtungssystem sind ebenfalls eine Zeile wert; Qualitätszeichen für Pulverbeschichter wie GSB oder Qualicoat gelten dagegen für den Betrieb, nicht für Sie.
- Eine Zulassung für die Arbeit als Industrielackierer/in gibt es in Deutschland nicht. Wer sich selbstständig machen oder eigene Aufträge annehmen will, sollte bei der Handwerkskammer klären, ob eine Eintragung in die Handwerksrolle nötig ist.
Lebenslauf als Industrielackierer/in ohne Erfahrung
Die meisten Betriebe stellen Helfer/innen ein und bringen ihnen in ein bis zwei Jahren das Spritzen bei, oder sie bilden selbst aus. Gute Chancen hat ein Lebenslauf, der zeigt, dass Sie verlässlich kommen, die Vorbereitungsarbeit aushalten und den Atemschutz richtig tragen.
- 1Wenn Sie schon eine Unterweisung zum Atemschutz mit Dichtsitzprüfung oder eine Diisocyanat-Schulung haben, nennen Sie das ganz oben. Es nimmt dem Betrieb einen Schritt ab.
- 2Nennen Sie Staplerschein, Bedienberechtigung für Hubarbeitsbühnen und ein SCC-Zertifikat, falls vorhanden. Alle drei werden in Anzeigen oft verlangt.
- 3Schreiben Sie jede Spritzerfahrung auf, auch außerhalb der Industrie: Fahrzeuglackierung, Möbellack, Malerarbeiten, Landmaschinen. Nennen Sie Gerät und Material.
- 4Zeigen Sie, dass Sie die unbeliebte Hälfte der Arbeit aushalten. Abkleben, Schleifen, Reinigen und Arbeit in der Strahlhalle sind der Alltag von Helfer/innen, also nennen Sie diese Aufgaben, statt sie zu verstecken.
- 5Belegen Sie Verlässlichkeit ohne Fehlzeitenstatistik: Übernahme nach der Probezeit, Wiedereinstellung, feste Schicht oder jede Tagesvorgabe erreicht. Das wirkt in einem Beruf, in dem die Kabine leer steht, wenn jemand fehlt.
- 6Nennen Sie Ihre Bereitschaft zu Mehrarbeit, Samstagen und Montage. Die Arbeit in der Halle richtet sich nach den Terminen der Kundschaft.
- 7Schreiben Sie ein Berufsziel und nennen Sie die Arbeit, die Sie wollen: Beschichtung im Stahlbau, Schiffbau, Pulverbeschichtung oder Korrosionsschutz auf Baustellen. Für Jüngere ist die Ausbildung zum/zur Verfahrensmechaniker/in für Beschichtungstechnik der direkte Weg.
Lackiererhelfer mit 2 Jahren Vorbereitung in einer Kfz-Lackiererei sucht eine Stelle als Helfer in einem Beschichtungsbetrieb für Stahlbau im Raum Hamburg. Täglich Schleifen, Abkleben und Spritzen von Grundierung und Basislack, Mischen von 2K-Material nach Mischungsverhältnis, Pflege von Pistolen und Kabine. Diisocyanat-Schulung 2025, Staplerschein, bereit zu Mehrarbeit und Samstagen.
Abkleben und Vorbereiten von 60 bis 90 Teilen pro Schicht, Sweepen bei leichtem Flugrost und Reinigen von Pistolen, Schläuchen und Behältern zum Schichtende; in 8 Monaten kein Auftrag wegen Geräteproblemen verzögert.
Aufbau, Länge und Begriffe aus der Stellenanzeige
- Eine Seite, mit langer Erfahrung oder Führungsaufgaben höchstens zwei. Meister/innen und Bauleitungen lesen schnell und oft auf dem Handy.
- Umgekehrt chronologisch, einspaltig, schlichte Überschriften, keine Grafiken.
- Setzen Sie Arbeitsschutz und Nachweise nach oben: Atemschutz, SCC, enge Räume, Hubarbeitsbühnen, Diisocyanat-Schulung. Für viele Betriebe sind das Einstellungsvoraussetzungen, keine Extras.
- Ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland üblich, aber freiwillig; Geburtsdatum und Familienstand ebenso.
- PDF, sofern die Anzeige nicht Word verlangt. Dateiname: Nachname_Vorname_Industrielackierer.pdf.
- Übernehmen Sie die Begriffe der Anzeige genau: Industrielackierer/in, Lackierer/in, Beschichter/in, Strahler/in, Sandstrahlen, Strahlen, Oberflächenvorbereitung, Sa 2½, DIN EN ISO 12944, Epoxid, Polyurethan, Zinkstaub, Schichtdicke, Schichtdickenmessung, Airless, elektrostatisch, Pulverbeschichtung, Lackieranlage, Korrosionsschutz, enge Räume, Atemschutz.
- Wenn die Anzeige Montage oder Baustelleneinsätze nennt, schreiben Sie Führerschein und Reisebereitschaft dazu und sagen Sie, auf welchen Baustellen Sie schon gearbeitet haben.
Häufige Fragen
Welche Aufgaben eines Industrielackierers gehören in den Lebenslauf?
Oberflächenvorbereitung durch Strahlen oder maschinelle Entrostung bis zum geforderten Vorbereitungsgrad, Prüfung von Rauheit und Taupunkt, Mischen von 2K-Beschichtungsstoffen nach Mischungsverhältnis, Auftrag von Grund-, Zwischen- und Deckbeschichtung in der vorgegebenen Schichtdicke, Messen von Nass- und Trockenschichtdicke, Abkleben, Ausbessern, Gerätepflege, Entsorgung und Beschichtungsprotokolle. Wählen Sie, was Sie wirklich machen, und ergänzen Sie Zahlen.
Welche Kenntnisse gehören in den Lebenslauf als Lackierer/in in der Industrie?
Airless-, Druckluft-, HVLP- und elektrostatisches Spritzen, Strahlen bis Sa 2 und Sa 2½, Nass- und Trockenschichtdickenmessung, Mischungsverhältnisse und Topfzeit, die Beschichtungsstoffe, mit denen Sie arbeiten (Epoxid, Polyurethan, Zinkstaub, Epoxid-Dickschicht, Pulver), Wartung von Pistolen und Pumpen, Atemschutz und das Befahren enger Räume.
Brauche ich eine Ausbildung oder ein Zertifikat, um als Industrielackierer/in zu arbeiten?
Für den Einstieg meist nicht. Betriebe stellen Helfer/innen ein und lernen sie an. Für Fachkraftstellen wird oft die Ausbildung als Verfahrensmechaniker/in für Beschichtungstechnik oder ein verwandter Abschluss verlangt. Praktisch nötig sind Unterweisungen zu Atemschutz und Gefahrstoffen, für 2K-Polyurethan die Diisocyanat-Schulung und auf vielen Baustellen SCC. Ein AMPP-Zertifikat wie der Coating Application Specialist hilft bei geprüften Aufträgen.
Wie schreibe ich einen Lebenslauf als Industrielackierer/in ohne Erfahrung?
Beginnen Sie mit dem Arbeitsschutz: Unterweisung Atemschutz, Diisocyanat-Schulung, Staplerschein oder Hubarbeitsbühne. Dann jede Spritzerfahrung mit Gerät und Material. Nennen Sie Vorbereitung und Reinigung ehrlich, denn das ist der Alltag von Helfer/innen, und belegen Sie Verlässlichkeit mit Übernahmen oder Verantwortung statt mit Fehlzeiten. Nennen Sie Ihre Bereitschaft zu Mehrarbeit und Samstagen.
Was ist der Unterschied zwischen Industrielackierer/in und Maler/in und Lackierer/in?
Maler/innen und Lackierer/innen arbeiten vor allem an Gebäuden: Wände, Decken, Fenster und Fassaden, meist mit Pinsel, Rolle und Spritzgerät. Industrielackierer/innen bringen Schutzbeschichtungen auf Stahl, Behälter, Bauteile und Serienteile auf, arbeiten nach schriftlicher Vorgabe mit gemessener Schichtdicke und haben deutlich mehr Oberflächenvorbereitung.
Soll ich Schichtdicken und Vorbereitungsgrade im Lebenslauf angeben?
Ja. Sie sind der schnellste Beleg, dass Sie nach Vorgabe gearbeitet haben und nicht nur so lange gespritzt, bis es deckt. „Dreischichtiges System, Zinkstaub 80 µm, Epoxid 120 µm, Polyurethan 80 µm, Trockenschichtdicke an jedem Teil gemessen“ sagt der Meisterin oder dem Meister mehr als ein Absatz Beschreibung.
Wie lang sollte ein Lebenslauf als Industrielackierer/in sein?
Eine Seite, mit langer Erfahrung höchstens zwei. Fassen Sie ältere Stellen kurz zusammen: Betrieb, Art der Arbeit, Zeitraum. Nutzen Sie den Platz für Beschichtungssysteme, Vorbereitungsgrade, Qualitätszahlen und Nachweise im Arbeitsschutz, denn diese Teile entscheiden, ob Sie zum Gespräch eingeladen werden.
Zählt Erfahrung in der Halle oder auf der Baustelle mehr?
Das hängt vom Betrieb ab. Betriebe mit eigener Halle wollen Durchsatz und Disziplin in der Kabine. Firmen im Korrosionsschutz auf Baustellen wollen Einhausung, ein Gespür für das Wetter, Arbeit von Hubarbeitsbühne und Gerüst und Montagebereitschaft. Wenn Sie beides haben, sagen Sie es im Profil und stellen Sie das Passende nach vorn.
Bereit für Ihren eigenen Lebenslauf?
Der Editor schlägt Ihnen ein Kurzprofil auf Basis Ihrer Erfahrung vor und gleicht es anschließend mit der Stellenanzeige ab.
So ist diese Seite entstanden: Ein erster Entwurf wurde mit KI-Unterstützung aus der Beispielbibliothek von cvplex erstellt und anschließend von cvplex Careers Team redigiert und auf Fakten geprüft. Die Beispiele sind fiktive Zusammenstellungen, die Zahlen dienen nur der Veranschaulichung. Fehler können Sie über die Seite zu unseren redaktionellen Richtlinien melden. Diese Sprachversion wurde mit KI-Unterstützung aus dem Englischen übersetzt.