Lebenslauf für Archivarinnen und Archivare: Beispiele und Anleitung

Ein Lebenslauf im Archiv wird nach Erschließungsleistung, Standards und Systemen beurteilt. Zeigen Sie, wie viele laufende Meter Sie geordnet und verzeichnet und wie viele Findbücher Sie veröffentlicht haben, nach welchen Standards Sie arbeiten (ISAD(G), EAD, Dublin Core), in welchen Systemen (etwa scopeArchiv, AUGIAS-Archiv, DIMAG oder Archivematica) und was Sie in Benutzerbetreuung, Bestandserhaltung und digitaler Langzeitarchivierung leisten.

Von cvplex Careers Team· Geprüft von József Dorcsinecz, Gründer· Aktualisiert am

Lebenslauf-Muster für Archivarinnen und Archivare (Erschließung und digitale Bestände, 8 Jahre)

Dieses Muster gilt für eine Archivarin, die in der Schriftgutverwaltung eines Unternehmens begonnen hat, dann eine drittmittelfinanzierte Projektstelle übernahm und heute im Archiv einer Universität für Erschließung und digitale Langzeitarchivierung zuständig ist. Person und Einrichtungen sind erfunden. Passen Sie Standards und Systeme an die an, mit denen Sie tatsächlich arbeiten.

Katharina Lindner

Archivarin (Erschließung und digitale Bestände)

Münster · 0251 555 0121 · katharina.lindner@beispiel.de · Bachelor Archiv (FH Potsdam) · Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv

Profil

Archivarin mit 8 Jahren Erfahrung in einem Universitätsarchiv, einem Kreisarchiv und der Schriftgutverwaltung eines Unternehmens. Hat über 360 laufende Meter geordnet und verzeichnet und 62 Findbücher nach ISAD(G) mit EAD-Export veröffentlicht. Betreut einen Arbeitsablauf zur digitalen Langzeitarchivierung mit bisher 41 TB und rund 118.000 Objekten. Erschließungsrückstand aus 12 Jahren durch flache Erschließung um 58 % abgebaut.

Berufserfahrung

Archivarin (Erschließung und digitale Bestände) · Universitätsarchiv und Sondersammlungen einer Universität, Münster

08/2021 – heute

  • Ordnung und Verzeichnung von 55 bis 65 laufenden Metern pro Jahr nach ISAD(G) und den Erschließungsrichtlinien des Hauses in scopeArchiv, mit EAD-Export für das Archivportal-D; seit 2021 38 Findbücher veröffentlicht.
  • Erschließungsrückstand aus 12 Jahren in 4 Jahren von 186 auf 78 laufende Meter abgebaut, ein Rückgang um 58 %, durch flache Erschließung und einen Erschließungsplan für jeden Bestand.
  • Arbeitsablauf für digitale Unterlagen aufgebaut und betreut: forensische Abbilder von Datenträgern mit Schreibblockern, Virenprüfung, Formaterkennung und Übernahme in das digitale Langzeitarchiv (Archivematica) mit Prüfsummen und Integritätsprüfung im Halbjahresrhythmus.
  • Rund 41 TB mit etwa 118.000 digitalen Objekten übernommen, darunter 3 E-Mail-Nachlässe von Professorinnen und Professoren und 2 Crawls der Universitätswebsite.
  • Beantwortung von 340 schriftlichen Anfragen pro Jahr mit einer mittleren Bearbeitungszeit von 2 Arbeitstagen; Lesesaaldienst 8 Stunden pro Woche.
  • 14 Nachlässe und Schenkungen eingeworben und die Schenkungs- und Depositalverträge aufgesetzt, darunter 2 Bestände mit Personalunterlagen und einer vereinbarten Sperrfrist von 25 Jahren.
  • 22 Seminarsitzungen pro Jahr für Lehrveranstaltungen der Geschichtswissenschaft mit quellenkundlichen Übungen gestaltet, rund 480 Studierende erreicht.
  • Anleitung von 2 wissenschaftlichen und 4 studentischen Hilfskräften; Verfasserin des 30-seitigen Erschließungshandbuchs, mit dem sie eingearbeitet werden.

Projektarchivarin (drittmittelfinanziert) · Kreisarchiv eines westfälischen Landkreises

09/2019 – 07/2021

  • 128 laufende Meter Unterlagen der Kreisverwaltung sowie Firmen- und Familiennachlässe in einem Projekt von 22 Monaten erschlossen, 6 Wochen vor dem geplanten Ende abgeschlossen.
  • 24 Findbücher veröffentlicht und 1.100 Einzelverzeichnungen für eine digitalisierte Fotosammlung in AUGIAS-Archiv angelegt, mit Dublin-Core-Export für das Onlineangebot des Kreises.
  • 9.400 Aufnahmen nach den DFG-Praxisregeln Digitalisierung erstellt, mit Farbreferenzkarten, Qualitätskontrolle per Stichprobe und Sicherung der Master-Dateien.
  • Zwischen- und Abschlussbericht für den Fördermittelgeber verfasst und am Folgeantrag mitgewirkt, der mit 95.000 € bewilligt wurde.
  • 2.800 Einheiten in alterungsbeständige Archivverpackung umgebettet und nach einer Schadenserfassung 140 Stücke für die Restaurierung vorgemerkt.

Mitarbeiterin Schriftgutverwaltung und Archiv · International tätige Versicherungsgruppe, Köln

06/2018 – 08/2019

  • Aufbewahrungsfristen für 6 Unternehmensbereiche mit rund 4.200 Aktenserien im Aktenplan gepflegt und die jährliche Aussonderung durchgeführt.
  • 1.900 Kartons über einen externen Archivdienstleister bearbeitet: Indexierung, Anforderungen und datenschutzgerechte Vernichtung nach DIN 66399 mit Vernichtungsnachweis.
  • 3 Legal Holds unterstützt, 2 davon mit eDiscovery-Umfang in US-Verfahren, in Abstimmung mit der Rechtsabteilung über die Aufbewahrungsanordnungen.
  • Papierablage vor Ort in einem Jahr um 31 % reduziert, durch konsequente Anwendung der Aufbewahrungsfristen und Digitalisierung von 2 laufenden Aktenserien.

Ausbildung

Bachelor of Arts Archiv
Fachhochschule Potsdam, 2018

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv, dreijährige Ausbildung
Stadtarchiv und Berufskolleg, Münster, 2014

Zertifikate

  • Fortbildung Digitale Langzeitarchivierung, Archivschule Marburg, 2022
  • Fortbildung Notfallvorsorge und Bestandserhaltung in Archiven, 2020
  • Mitglied im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) seit 2017
  • Zertifikatslehrgang Projektmanagement im Kulturbereich (30 Stunden), 2024

Kenntnisse

Ordnung und Verzeichnung nach ISAD(G) und HausrichtlinienEAD, EAD(DDB), Dublin Core, METS, PREMISFlache Erschließung und ErschließungsplänescopeArchiv, AUGIAS-Archiv, ArchivematicaDigitale Unterlagen: Datenträgerabbilder, Schreibblocker, BitCurator, FormaterkennungIntegritätsprüfung, Prüfsummen, Langzeitarchivierung nach dem OAIS-ModellDigitalisierung nach den DFG-Praxisregeln, Qualitätskontrolle, OCRWebarchivierung und Archivierung von E-MailsBewertung, Übernahme und SchenkungsverträgeArchivrecht, Urheberrecht, DSGVO und SchutzfristenBenutzerbetreuung und LesesaalaufsichtHistorische Bildungsarbeit, Seminare und AusstellungenDrittmittelprojekte und BerichtswesenAufbewahrungsfristen, Legal Hold und AussonderungAnleitung von Hilfskräften und Projektpersonal
Fiktives Beispiel. Namen, Arbeitgeber und Zahlen sind frei erfunden.Dieses Beispiel im Editor verwenden →

Was eine Auswahlkommission zuerst liest

Archivstellen werden meist von einer Auswahlkommission anhand eines schriftlichen Anforderungsprofils besetzt, nicht von einer einzelnen Person, die eine Seite überfliegt. Das ändert die Strategie: Ihr Lebenslauf muss jede Anforderung der Ausschreibung belegen, mit denselben Worten, die die Ausschreibung verwendet.

  • Leistung. Erschlossene laufende Meter, veröffentlichte Findbücher, übernommene Objekte, verzeichnete Einheiten. Kommissionen vergleichen über die Menge, weil sie eine der wenigen vergleichbaren Zahlen im Fach ist.
  • Standards. ISAD(G) für die Verzeichnung, EAD für die Kodierung und den Datenaustausch mit dem Archivportal-D, Dublin Core oder METS für digitale Objekte, PREMIS für Erhaltungsmetadaten. Wer sie nennt, zeigt fachliche Ausbildung statt Improvisation.
  • Systeme. Verbreitet sind Archivprogramme wie scopeArchiv, AUGIAS-Archiv oder ACTApro, dazu ein digitales Langzeitarchiv und eine Plattform für digitale Sammlungen. Schreiben Sie, was Sie darin getan haben: Migration, Vorlagen, Administration oder nur Datenerfassung.
  • Die digitale Seite. Digitale Unterlagen und Webarchivierung sind die größte Lücke in den meisten Bewerberfeldern. Schon etwas echte Erfahrung hebt Sie ab.
  • Benutzung und Vermittlung. Anfragen, Seminare, Lesesaaldienst, Ausstellungen. Ausschreibungen von Universitäts- und Kommunalarchiven nennen das fast immer, und viele lassen es im Lebenslauf weg.
  • Der Abschluss. Für den gehobenen Dienst wird in der Regel ein Bachelor- oder Diplomabschluss im Archivwesen verlangt, für den höheren Dienst ein wissenschaftliches Studium (meist Geschichte, oft mit Promotion) und das Archivreferendariat. Für Archivassistenz und Magazin ist die Ausbildung zur oder zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv, der übliche Weg.
Lesen Sie die Ausschreibung und ordnen Sie Ihre Stichpunkte in ihrer Reihenfolge. Wenn das Anforderungsprofil Erschließung, digitale Langzeitarchivierung und historische Bildungsarbeit in dieser Folge nennt, sollten Ihre drei ersten Stichpunkte genau davon handeln.

Profiltexte für Archivarinnen und Archivare

Erschließung
Archivarin mit 8 Jahren Erfahrung in einem Universitätsarchiv und einem Kreisarchiv. Hat über 360 laufende Meter geordnet und verzeichnet und 62 Findbücher nach ISAD(G) mit EAD-Export veröffentlicht. Erschließungsrückstand aus 12 Jahren durch flache Erschließung um 58 % abgebaut. Fortbildung in digitaler Langzeitarchivierung.
Digitale Archivierung
Archivar für digitale Unterlagen mit 6 Jahren Erfahrung im Aufbau von Arbeitsabläufen: forensische Datenträgerabbilder, Formaterkennung, Integritätsprüfung und Übernahme in ein digitales Langzeitarchiv. Hat 41 TB mit 118.000 Objekten übernommen, darunter 3 E-Mail-Nachlässe und 2 Webcrawls. Erfahrung mit DIMAG und Archivematica.
Records Management und Schriftgutverwaltung
Records Managerin mit 7 Jahren Erfahrung in der Steuerung von Aufbewahrungsfristen für 6 Unternehmensbereiche mit rund 4.200 Aktenserien. Hat 3 Legal Holds mit eDiscovery-Umfang unterstützt und die Papierablage vor Ort in einem Jahr um 31 % reduziert. Sicher in DSGVO, DIN 66399 und Aktenplanpflege.
Schwerpunkt Benutzung und Vermittlung
Archivarin mit 5 Jahren Erfahrung zwischen Erschließung und Benutzung. Beantwortet 340 Anfragen pro Jahr bei einer mittleren Bearbeitungszeit von 2 Tagen, gestaltet 22 quellenkundliche Seminarsitzungen für 480 Studierende und hat 4 Ausstellungen kuratiert, eine davon mit 3.100 Besucherinnen und Besuchern.
Projektarchivar/in
Projektarchivar mit 4 Jahren Erfahrung in drittmittelfinanzierter Erschließung und Digitalisierung. Hat ein Projekt über 128 laufende Meter 6 Wochen früher abgeschlossen, 24 Findbücher veröffentlicht und 9.400 Aufnahmen nach den DFG-Praxisregeln Digitalisierung erstellt. Verfasser der Projektberichte, beteiligt an einem Folgeantrag über 95.000 €.
Berufseinstieg
Absolventin des Bachelorstudiengangs Archiv, sucht eine Stelle in Erschließung oder einem Archivprojekt. 620 Stunden Praxisphasen und Praktika in 3 Archiven, 14 laufende Meter selbstständig erschlossen und 5 Findbücher in scopeArchiv veröffentlicht. Sicher in ISAD(G), EAD und Dublin Core.

Stichpunkte, die vor einer Auswahlkommission bestehen

Was in den meisten Lebensläufen stehtWas eine Kommission tatsächlich bewerten kann
Archivbestände erschlossen.55 bis 65 laufende Meter pro Jahr nach ISAD(G) geordnet und verzeichnet und 38 Findbücher in scopeArchiv mit EAD-Export veröffentlicht.
Beim Abbau von Erschließungsrückständen mitgewirkt.Erschließungsrückstand aus 12 Jahren in 4 Jahren von 186 auf 78 laufende Meter abgebaut, ein Rückgang um 58 %, durch flache Erschließung und Erschließungspläne für jeden Bestand.
Mit digitalen Unterlagen gearbeitet.Arbeitsablauf für digitale Unterlagen aufgebaut: forensische Datenträgerabbilder mit Schreibblockern, Virenprüfung, Formaterkennung und Übernahme mit Prüfsummen und halbjährlicher Integritätsprüfung.
Digitale Sammlungen betreut.Rund 41 TB mit etwa 118.000 Objekten übernommen, darunter 3 E-Mail-Nachlässe von Professorinnen und Professoren und 2 Crawls der Universitätswebsite.
Benutzerinnen und Benutzer betreut.340 schriftliche Anfragen pro Jahr mit einer mittleren Bearbeitungszeit von 2 Arbeitstagen beantwortet und 8 Stunden pro Woche den Lesesaaldienst übernommen.
Neue Bestände übernommen.14 Nachlässe und Schenkungen eingeworben und die Verträge aufgesetzt, darunter 2 Bestände mit Personalunterlagen und einer Sperrfrist von 25 Jahren.
Seminare mit Archivgut durchgeführt.22 Seminarsitzungen pro Jahr für rund 480 Studierende mit quellenkundlichen Übungen gestaltet, abgestimmt auf die Aufgaben der Lehrveranstaltungen.
Unterlagen für die Onlinestellung digitalisiert.9.400 Aufnahmen nach den DFG-Praxisregeln Digitalisierung erstellt, mit Farbreferenzkarten, Qualitätskontrolle per Stichprobe und Sicherung der Master-Dateien.
In einem Drittmittelprojekt gearbeitet.Projekt über 128 laufende Meter 6 Wochen früher abgeschlossen, die Berichte für den Fördermittelgeber verfasst und an einem Folgeantrag über 95.000 € mitgewirkt.
Studentische Hilfskräfte angeleitet.2 wissenschaftliche und 4 studentische Hilfskräfte angeleitet und das 30-seitige Erschließungshandbuch verfasst, mit dem sie eingearbeitet werden.

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Meinen Lebenslauf als Archivar/in erstellen

Archivfachliche Kenntnisse für den Lebenslauf

  • Verzeichnung und Standards: ISAD(G), EAD und EAD(DDB), Dublin Core, METS, PREMIS, Normdaten (GND) und kontrollierte Vokabulare, sensible und diskriminierungsfreie Erschließung.
  • Erschließung: Bewertung, Übernahme, Ordnung, flache Erschließung, Erschließungspläne, Umbettung, Schadenserfassung, Grundlagen der Bestandserhaltung und Klimaüberwachung im Magazin.
  • Digitale Langzeitarchivierung: OAIS-Modell, forensische Datenträgerabbilder und Schreibblocker, BitCurator, Formaterkennung und Formatmigration, Integritätsprüfung und Prüfsummen, Speicherkonzepte, Archivierung von E-Mails und Websites.
  • Systeme: scopeArchiv, AUGIAS-Archiv, ACTApro, Arcinsys, DIMAG, Archivematica, Preservica sowie jede Migration, die Sie zwischen solchen Systemen begleitet haben.
  • Digitalisierung: Aufnahmestandards, Farbmanagement, Qualitätskontrolle, OCR und Transkription, Metadatenerfassung in großen Mengen, Gestaltung von Projektabläufen.
  • Zugang und Recht: Archivgesetze des Bundes (BArchG) und der Länder, Schutzfristen, DSGVO und personenbezogene Daten, Urheberrecht, Auflagen von Schenkern und Depositaren, Schenkungs- und Depositalverträge.
  • Benutzung und Vermittlung: Beratungsgespräche, Lesesaalaufsicht, Seminare und Archivpädagogik, Ausstellungen, soziale Medien und Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen mit Geschichtsvereinen und Initiativen.
  • Schriftgutverwaltung: Aktenplan, Aufbewahrungsfristen, Aussonderung, Legal Hold, Unterstützung bei eDiscovery, Informationsmanagement, externe Einlagerung und datenschutzgerechte Vernichtung.
  • Projekte und Personal: Drittmittelanträge und Berichte, Budgets, Anleitung von Hilfskräften und Projektpersonal, Dokumentation und Handbücher.

Abschlüsse, Laufbahnen und die Frage nach dem ausführlichen Lebenslauf

  • Gehobener Archivdienst: in der Regel ein Bachelor- oder Diplomabschluss im Archivwesen. Wer für den Bund oder viele Länder als Beamtin oder Beamter ausgebildet wird, studiert meist an der Archivschule Marburg; ohne Verbeamtung ist der Bachelorstudiengang Archiv an der Fachhochschule Potsdam der bekannteste Weg. Einige Länder bilden selbst aus, prüfen Sie die Ausschreibung.
  • Höherer Archivdienst: ein abgeschlossenes wissenschaftliches Studium, meist Geschichte und oft mit Promotion, und das Archivreferendariat mit einem Ausbildungsabschnitt an der Archivschule Marburg. Wer bereits im Archiv arbeitet, kann sich zum Beispiel über einen berufsbegleitenden Masterstudiengang an der FH Potsdam weiterqualifizieren.
  • Fachangestellte/r für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv: dreijährige duale Ausbildung und der übliche Weg in Archivassistenz, Magazin und Benutzung. Eine Zertifizierung wie in den USA gibt es in Deutschland nicht; Ihr Abschluss und gegebenenfalls Ihre Laufbahnbefähigung sind der Nachweis.
  • Fortbildungen in digitaler Langzeitarchivierung, etwa im Fortbildungsangebot der Archivschule Marburg, bei Archivberatungsstellen der Länder und Landschaftsverbände oder im Kompetenznetzwerk nestor. Sie lohnen sich, weil digitale Kenntnisse im Bewerberfeld am knappsten sind.
  • Schriftgutverwaltung: Lehrgänge zu Records Management und Informationsmanagement, Kenntnis der Norm DIN ISO 15489 und der DSGVO. In internationalen Konzernen werden auch US-Zertifikate wie Certified Records Manager (CRM) oder Information Governance Professional (IGP) gelesen.
  • Ein fachliches Masterstudium, Fremdsprachen, Latein oder Paläographie, also das Lesen alter Handschriften wie der deutschen Kurrentschrift, können für einen bestimmten Bestand entscheidend sein. Wenn die Ausschreibung ein Fachgebiet nennt, setzen Sie Ihre passenden Kenntnisse weit nach oben.
  • Der ausführliche Lebenslauf: Für Stellen im höheren Dienst, an Universitäten und in Forschungseinrichtungen wird oft ein ausführlicher, wissenschaftlicher Lebenslauf erwartet, mit Vorträgen, Veröffentlichungen, Gremienarbeit und eingeworbenen Drittmitteln. Mitgliedschaften und Engagement, etwa im Verband deutscher Archivarinnen und Archivare (VdA) oder in regionalen Arbeitskreisen, werden in diesem Fach tatsächlich gelesen.
Nennen Sie keinen Abschluss und keine Laufbahnbefähigung, die Sie nicht haben. Im öffentlichen Dienst werden Zeugnisse vor der Einstellung geprüft, und die Archivwelt ist klein.

Lebenslauf für den Berufseinstieg im Archiv

Der Einstieg ins Archiv ist umkämpft und stark projektbezogen. Die erste Stelle ist oft eine befristete Projektstelle, eine Stelle in der Erschließung oder ein Volontariat, wo es angeboten wird. Ihr Lebenslauf muss zeigen, dass Sie schon echte Erschließung gemacht und nicht nur darüber gelernt haben.

  1. 1Machen Sie aus jeder Praxisphase, jedem Praktikum und jedem Ehrenamt eine eigene Station mit Stunden, erschlossenen laufenden Metern und erstellten Findbüchern. „14 laufende Meter selbstständig erschlossen, 5 Findbücher in scopeArchiv veröffentlicht“ ist die Zeile, die zum Gespräch führt.
  2. 2Nennen Sie die Standards, in denen Sie ausgebildet wurden, auch wenn die Menge klein war: ISAD(G), EAD, Dublin Core, PREMIS.
  3. 3Arbeiten Sie sich in die Systeme ein. Manche Anbieter von Archivprogrammen stellen Demoversionen bereit, und Werkzeuge wie BitCurator oder Archivematica sind frei verfügbar. Üben Sie und schreiben Sie dann, was Sie darin können.
  4. 4Übernehmen Sie die digitale Arbeit, die sonst niemand macht. Erfahrung mit Datenträgerabbildern, Formaterkennung und Webarchivierung hebt Sie über Bewerberinnen und Bewerber mit mehr Erschließungsstunden.
  5. 5Nennen Sie Studienarbeiten mit echten Ergebnissen: ein Seminarprojekt, aus dem ein Findbuch entstand, eine digitale Ausstellung, ein Metadatenschema, eine Bestandsaufnahme in einer Registratur.
  6. 6Führen Sie verwandte Tätigkeiten in Bibliothek, Museum, Registratur oder Forschung auf. Lesesaal, Ausleihe, Katalogisierung und wissenschaftliche Hilfskrafttätigkeit zählen alle.
  7. 7Sagen Sie, dass Sie umziehen und eine befristete Stelle annehmen würden. Die meisten ersten Stellen sind Projekte mit einer Laufzeit von einem bis drei Jahren.
  8. 8Werden Sie Mitglied im Fachverband und besuchen Sie einen Archivtag oder ein regionales Treffen. Die Archivwelt ist ein kleines Netzwerk, und sichtbar zu sein zählt.
Praxisphase als eigene Station
Praxisphase im Universitätsarchiv einer Hochschule (240 Stunden, 2025): 14 laufende Meter eines Firmenbestands selbstständig erschlossen, Erschließungsplan geschrieben, 5 Findbücher nach ISAD(G) in scopeArchiv erstellt und 380 Einheiten umgebettet.
Ehrenamt als eigene Station
Ehrenamt im Archiv eines Geschichtsvereins (180 Stunden, 2024 bis 2025): 60 Kartons übernommen und Ablieferungsverzeichnisse erstellt, 900 Fotos mit Dublin-Core-Metadaten digitalisiert und unter Anleitung 40 Anfragen per E-Mail beantwortet.

Aufbau, Länge und Bewerbung

  • Zwei Seiten sind in diesem Fach normal. Eine Seite nur beim Berufseinstieg mit wenig Praxis.
  • Wenn die Ausschreibung einen ausführlichen oder wissenschaftlichen Lebenslauf verlangt, ergänzen Sie Vorträge, Veröffentlichungen, Drittmittel und Engagement im Fach.
  • Schlichtes, einspaltiges Layout. Ein Foto ist in Deutschland üblich, aber freiwillig, ebenso Geburtsdatum und Familienstand; im öffentlichen Dienst wird oft ausdrücklich darauf verzichtet. Legen Sie Abschluss- und Arbeitszeugnisse bei, denn öffentliche Arbeitgeber erwarten sie in der Regel.
  • Reihenfolge: Kontakt, Profil, Berufserfahrung, Kenntnisse nach Aufgabengebieten, Fortbildungen und Engagement, Ausbildung. Beim Berufseinstieg kommt die Ausbildung an die zweite Stelle.
  • Übernehmen Sie die Begriffe der Ausschreibung wörtlich: „Ordnung und Verzeichnung“, „ISAD(G)“, „EAD“, „Bewertung und Übernahme“, „digitale Unterlagen“, „Langzeitarchivierung“, „Findbuch“, „Benutzerbetreuung“, „Bestandserhaltung“, „Aufbewahrungsfristen“.
  • Beantworten Sie jede Muss- und Kann-Anforderung des Anforderungsprofils irgendwo auf der Seite. Auswahlkommissionen bewerten oft wörtlich anhand dieser Liste.
  • Wenn die Stelle über ein Bewerbungsportal wie Interamt oder das Portal eines Landes ausgeschrieben ist, füllen Sie jedes Feld vollständig aus und wiederholen Sie dort Ihre Inhalte. Bewertet wird oft das Formular, nicht Ihr PDF.
  • Senden Sie ein PDF mit dem Namen vorname-nachname-lebenslauf-archiv.pdf.

“Nennen Sie mir laufende Meter, Findbücher und die Standards, die Sie angewendet haben, und dann, was Sie mit digitalen Unterlagen gemacht haben. An dieser Stelle werden die meisten Bewerbungen still, und genau dafür will heute jedes Archiv jemanden einstellen.”

Recruiter-Panel, Personalverantwortliche für Bibliotheks- und Informationsmanagement, USA (Name wird nach Prüfung veröffentlicht)

Häufige Fragen

Welche Kenntnisse gehören in den Lebenslauf einer Archivarin oder eines Archivars?

Ordnung und Verzeichnung nach ISAD(G), EAD und Metadatenstandards, Bewertung und Übernahme, flache Erschließung, digitale Langzeitarchivierung (Datenträgerabbilder, Formaterkennung, Integritätsprüfung), Ihre Systeme wie scopeArchiv, AUGIAS-Archiv oder ein digitales Langzeitarchiv, Bestandserhaltung, Archivrecht und DSGVO sowie Benutzerbetreuung, Seminare und Projektarbeit.

Wie schreibe ich einen Lebenslauf für den Berufseinstieg im Archiv?

Machen Sie aus Praxisphasen, Praktika und Ehrenamt eigene Stationen mit Stunden, erschlossenen laufenden Metern und veröffentlichten Findbüchern. Nennen Sie die Standards, die Sie angewendet haben, die Systeme, in denen Sie arbeiten können, und jede Erfahrung mit digitaler Archivierung. Sagen Sie, dass Sie umziehen und eine befristete Projektstelle annehmen würden.

Welche Ausbildung braucht man, um Archivar/in zu werden?

Für den gehobenen Dienst in der Regel ein Bachelor- oder Diplomabschluss im Archivwesen, etwa über die Archivschule Marburg oder die Fachhochschule Potsdam. Für den höheren Dienst ein wissenschaftliches Studium, meist Geschichte, und das Archivreferendariat. Für Archivassistenz und Magazin ist die dreijährige Ausbildung zur oder zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Archiv, üblich. Unternehmensarchive stellen teils auch Historikerinnen und Historiker mit Archiverfahrung ein.

Was braucht ein Lebenslauf für die digitale Archivierung?

Menge und Arbeitsablauf. Nennen Sie übernommene Datenmengen und Objektzahlen, Ihre Werkzeuge (Schreibblocker, BitCurator, Formaterkennung), Ihr digitales Langzeitarchiv, Ihre Praxis bei Prüfsummen und Integritätsprüfung sowie Archivierung von E-Mails oder Websites. Ergänzen Sie begleitete Migrationen und die Dokumentation, die Sie geschrieben haben.

Kurzer oder ausführlicher Lebenslauf für Archivstellen?

Richten Sie sich nach der Ausschreibung. Universitäten, Forschungseinrichtungen und Stellen im höheren Dienst erwarten oft einen ausführlichen wissenschaftlichen Lebenslauf mit Vorträgen, Veröffentlichungen, Drittmitteln und Engagement im Fach. Kommunal-, Unternehmens- und Vereinsarchive erwarten meist einen tabellarischen Lebenslauf von höchstens zwei Seiten.

Wie beschreibe ich Erschließung im Lebenslauf?

Mit Menge, Standard und Ergebnis. „55 bis 65 laufende Meter pro Jahr nach ISAD(G) verzeichnet und 38 Findbücher in scopeArchiv mit EAD-Export veröffentlicht“ gibt einer Kommission drei bewertbare Fakten, „Archivbestände erschlossen“ gibt ihr keinen.

Was unterscheidet einen Lebenslauf für Records Management von einem Archivlebenslauf?

Records Management beginnt mit Aufbewahrungsfristen, Aktenserien, Aussonderung, Legal Holds und Unterstützung bei eDiscovery, dazu Einsparungen bei Lagerung und Compliance. Der Archivlebenslauf beginnt mit Bewertung, Ordnung, Verzeichnungsstandards und dauerhafter Erhaltung. Viele machen beides; stellen Sie die Seite nach vorn, die die Ausschreibung sucht.

Bereit für Ihren eigenen Lebenslauf?

Der Editor schlägt Ihnen ein Kurzprofil auf Basis Ihrer Erfahrung vor und gleicht es anschließend mit der Stellenanzeige ab.

So ist diese Seite entstanden: Ein erster Entwurf wurde mit KI-Unterstützung aus der Beispielbibliothek von cvplex erstellt und anschließend von cvplex Careers Team redigiert und auf Fakten geprüft. Die Beispiele sind fiktive Zusammenstellungen, die Zahlen dienen nur der Veranschaulichung. Fehler können Sie über die Seite zu unseren redaktionellen Richtlinien melden. Diese Sprachversion wurde mit KI-Unterstützung aus dem Englischen übersetzt.